Bier

Über mich

Tja, mal wieder so eine Über mich-Seite. Soll ich wirklich? OK, dann los:

ich heiße Markus, Baujahr ’76 und von Beruf Administrator. Also vom Fach;) Nein, im Ernst: ich kam zum Brauen wie die Jungfrau zum Kinde. Craftbeer habe ich 2016 für mich entdeckt, nachdem ich viele Jahre kein Bier getrunken habe, weil es mir einfach nicht schmeckte. Im Sommer ein Radler war ok, aber pur? Nein danke. Bis ich den Craftbeer-Ableger Pale Ale entdeckte! Genau mein Ding, richtiger Geschmack, wahnsinnige Aromen, einfach nur lecker. Da ich mich zudem mit Einplatinencomputern wie dem Raspberry Pi beschäftige, stolperte ich eher zufällig über ein Projekt von Manuel Fritsch (www.craftbeerpi.com), der seine Brauanlage per Raspi steuerte. Schon wieder genau mein Ding! Also fing ich an, nach und nach die Software zu testen und parallel dazu, das nötige Equipment zusammenzusuchen. Dazu bedurfte es nicht viel, zwei Einkocher, ein Eimer und ein Filterblech, fertig.
So fing der Spaß also an. Zu Beginn noch  mit einem Brauset, das macht die Sache am Anfang einfacher. Nach dem ersten Erfolg fing ich an, mich intensiv mit der Brauerei zu beschäftigen, erweiterte meine Brauanlage und kaufte die Rohstoffe einzeln, um selbst Rezepte beeinflussen zu können. Von Anfang an nutze ich die Software ‚Kleiner Brauhelfer‘ (www.joerum.de/kleiner-brauhelfer), die nicht nur kostenlos verfügbar ist, sondern auch meiner Meinung nach hervor-
ragend zur Entwicklung und Beurteilung eigener Rezepte dient. So wurde nach dem ersten IPA ein Pale Ale gebraut, bis hin zu ganz eigenem Bier wie einem Single Hop Pale Ale mit nur 10 IBU (Internationale Bittereinheiten) und mit Nelson Sauvin-Hopfen gebraut und kaltgehopft. Ein mildes Bier mit richtig weinartigen Aromen (wie mir Weinkenner, die das Bier probiert haben, ausnahmslos bestätigten). Meine Rohstoffe beziehe ich zum Teil direkt beim Hersteller. Das Malz kommt von Best Malz (www.bestmalz.de), die in der Region eine Produktionsstätte haben und zudem auch kleine Mengen an Hobbybrauer verkaufen. Da ich Hopfen aus den USA und Neuseeland einsetze, richte ich mich da bei der Beschaffung nach der Verfügbarkeit und kaufe dort ein, wo ich die entsprechende Menge bestellen kann. Da Bierbrauen allerdings nie Stillstand bedeutet, halte ich auch immer Ausschau nach neuen Hopfensorten und probiere diese in Testsuden aus. Ebenso verfahre ich mit neuen Bierstilen, wie aktuell z.B. das Wit, die mein Interesse geweckt haben. Versuchen werde ich in Zukunft, mehr auf deutsche Hopfen zu setzen. Nicht immer machbar, aber der Weg ist das Ziel.

Als Hefe verwende ich aktuell eine US-05, die gut vergärt, was die Temperatur angeht anspruchslos ist und nicht allzu stark sedimentiert, so dass das Bier immer etwas trüb bleibt und ich dadurch keine Probleme bei der Nachgärung in der Flasche habe. Dazu noch eine ‚echte‘ Pale Ale-Hefe als Alternative. Ein langsam aufkommender Trend ist eine Hefe namens Kveik. Diese wird sein Jahrhunderten in norwegischen Brauhäusern verwendet und hat ganz besondere Eigenschaften. Sie ist beispielsweise extrem hitzeresistent und kann ohne Probleme bei über 40°C ihre Arbeit verrichten, wo übliche Hefe schon den Hitzetod gestorben ist. Die Arbeit ist dazu noch in 2-3 Tagen geschafft. Dazu kommt die Option, die Hefe getrocknet aufzubewahren, einfach irre! Eine wahrhaftige ‚Monster‘-Hefe, mit der ich am experimentieren bin.

Eine weit verbreitete Infektionsquelle ist das ständige Schauen und Kontrollieren der Gärung durch Entnahme von Proben. Um dieses Risiko zu vermeiden, verwende ich eine elektronische Bierspindel, die iSpindel von Samuel Lang (https://github.com/universam1/iSpindel). Diese misst die Krängung, also die Schräglage, eines PETlings (Rohling, aus dem PET-Flaschen geblasen werden), der in der Würze schwimmt. Wird der Zucker in der Würze nach und nach in Alkohol und CO2 umgewandelt, ändert sich die Dichte und somit auch der Winkel der iSpindel. Die Elektronik sendet den Winkel, zusammen mit der Temperatur und der Batteriespannung per WLAN an eine beliebige Stelle zur Auswertung. So kann man sofort sehen, wie weit die Gärung ist, ohne am Gäreimer Hand anlegen zu müssen. Hat sich bei mir seit dem 2. Sud absolut bewährt, möchte ich nicht mehr missen. Danke, Samuel!

Das Thema Abfüllung ist eigentlich langweilig, da ich ganz schlicht aus dem Gärfaß per Abfüllpistole in Flaschen abfülle. Vorher noch eine exakt abgemessene Menge Zucker in die Flasche, Deckel drauf, fertig. Der Zucker wird während der Nachgärung von der Hefe komplett vergoren, was dazu führt, dass CO2 (und noch etwas Alkohol) gebildet wird, sprich Kohlensäure.

Um Ressourcen zu schonen verwende ich keine Einwegflaschen, sondern nehme leere Flaschen zurück, bereite sie auf und verwende sie wieder. Natürlich werden alle Flaschen vor dem Abfüllen auf Sauberkeit kontrolliert, gespült und desinfiziert.  Letzter Schritt ist das Lagern im Kühlschrank, damit sich die Kohlensäure im Bier einlagern kann und der Geschmack des Bieres etwas runder wird. Genügt es dann meinen Ansprüchen, wird es verkauft oder verschenkt. Kommt man mich besuchen, gibt es sowieso immer ein Bier, sofern man nicht fahren muss.