Bier

Meine Brauanlage

 

Aktuell besteht meine Brauanlage aus einem 70 Liter HERMS-System. Dieses wird häufig in den USA verwendet, wo es auch seinen Ursprung hat. Besonders daran ist, dass man drei Kessel nutzt. Einer davon dient zum Erwärmen des Brauwassers, allerdings indirekt und permanent zirkulierend per Plattenwärmetauscher oder im HLT integrierten Coil. Dieser ist mit dem zweiten Kessel verbunden, welcher als Maischekessel dient. Dort wird die Maische ebenfalls zirkuliert und somit auf Temperatur gehalten.
Als ‚Filter‘ dient eine Läuterhexe, eine Edelstahlspirale von 1.8m Länge, die am Boden liegend der Maische ermöglicht, eine Filterschicht aufzubauen. Denn eine weitere Besonderheit des HERMS-System ist die bereits erwähnte Rezirkulation der Maische. Dadurch wird das Schrot ordentlich ausgewaschen und es ergibt sich von selbst eine sehr klare Würze. Zum Abmaischen wird dann nur noch die Temperatur angehoben und die Würze in den dritten Kessel zum Kochen gepumpt. Gekocht wird mittels einem Paellabrenner mit 10.5kW, der wesentlich schneller und effektiver ist als das Kochen mit Strom. Durch ein zweistufiges System kann anfangs stark  angeheizt und zum Kochen die Leistung reduziert werden. Nach dem Kochen wird per Eintauchkühler runtergekühlt. Dieser wird mit eiskaltem Wasser aus der Regenwasser-Zisterne gespeist. Vergärt wird aktuell in zwei 60l-Gärbehältern von Speidel, welche durch besonders leichtes Reinigen begeistern.

Weiter kann man mit dem HERMS ohne großen Aufwand einen Doppelsud fahren. Während die Würze des ersten Durchgangs am Kochen ist, wird der zweite Durchgang schon wieder gemaischt, eine gute Sache!

Für Versuchs-Sude kommt meine kleine Anlage zum Einsatz. Sie besteht aus zwei Einkochern und wird wie auch das HERMS von der Anlagensteuerung CraftBeerPi gesteuert. Auch hier wurde der Maische-/Kochkessel mit einem selbstgebautem Rührwerk ausgestattet. Die Maische kommt zum Abmaischen in einen Kunststoffeimer, in dem ein Läuterblech liegt. Dieses hilft, wie schon die Edelstahlspirale im HERMS, dass der Treber eine Filterschicht aufbauen kann. Während der Läuterruhe wird der Einkocher gereinigt und die abgeläuterte Würze zum Kochen dort eingefüllt.

Hier ist das Innenleben der Anlagensteuerung CraftBeerPi zu sehen. Als Größenvergleich liegt eine bekannte SD-Karte daneben. Da ich mit der Steuerung lediglich zwei WLAN-Steckdosen ansteuere, genügt es mir, drei Temperatursensoren anschließen zu können. Somit ist meine Lösung extrem klein und kann sogar per PowerBank betrieben werden. Das System stellt ein eigenes WLAN-Netzwerk zur Verfügung, somit ist der Zugriff auf das Webinterface per Handy ebenso möglich wie per Laptop oder Tablet.